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Sondersitzung des Gemeinderats zur Haushaltskonsolidierung | 26.11.2025

Die finanzielle Lage der Gemeinden ist angespannt. Das ist inzwischen mehrfach von allen Medien aufgegriffen worden und kein Geheimnis mehr. Auch im Landkreis Schwäbisch Hall und in Kreßberg hat sich das Blatt schlagartig gewendet. Binnen fünf Jahren - und besonders sprunghaft von 2025 auf 2026 - sind die ungedeckten, also die nicht von Bund und Land erstatteten Ausgaben des Landkreises für die „Soziale Sicherung“ (u.a. Sozialhilfe, Eingliederungshilfe für behinderte Menschen, Jugendhilfe) von 95,7 Millionen Euro im Jahr 2021 auf 155,4 Millionen Euro, also um rund 60 Millionen Euro gestiegen. Um diese Zahl einordnen zu können muss man wissen, dass der Landkreis einen Haushalt mit einem Gesamtvolumen von gut 400 Millionen Euro hat. Die Steigerung im Bereich der Sozialen Sicherung ist also enorm. Die Gründe dafür sind zwar nicht ausschließlich aber auch in der Einführung des Bundesteilhabegesetzes zu finden und die kürzlich erfolgte Übernahme des Diak Klinikums mit einem Sanierungsstau im dreistelligen Millionenbereich trägt nicht zu einer Entschärfung der Situation in den kommenden Jahren bei. Dementsprechend werden die kreisangehörigen Kommunen in den kommenden Jahren immer stärker zur Kasse gebeten. Wesentlich finanziert wird der Landkreis nämlich über sie durch die Erhebung der sog. Kreisumlage. Diese ist für Kreßberg mit 2,1 Mio. Euro im Jahr 2024 auf 2,6 Mio. Euro für 2026 allein um 550.000 Euro binnen zwei Jahren gestiegen. Die übrigen Gemeindeausgaben steigen jedoch auch. Hinzu kommt die Stagnation bzw. in Kreßberg ein Einbruch bei den Gewerbesteuerzahlungen der ortsansässigen Unternehmen in Millionenhöhe. Aufgabe des Gemeinderats war es daher in einer zunächst nichtöffentlichen Diskussion darüber zu beraten, wie ein genehmigungsfähiger Haushalt 2026 und die Folgejahre überhaupt noch aufgestellt werden kann. In der entsprechenden Beratung wurden Möglichkeiten gefunden, um Ausgaben zu mindern und Einnahmen zu erhöhen. Dies wird auf lange Sicht immer schwieriger, so dass es nicht ausbleibt, dass die Bürgerinnen und Bürger die Auswirkungen der Entscheidungen von Bund und Land direkt zu spüren bekommen. Kreßberg wird in den kommenden Jahren einen noch höheren Beitrag für den Kreis leisten können müssen, jedoch nur unter enormem Spardruck und auf Kosten der eigenen Infrastruktur.

Sondersitzung des Gemeinderats zur Haushaltskonsolidierung