Nachrichten

Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum: Jahresprogramm 2020 ist ausgeschrieben | 11.07.2019

 

Das Land Baden-Württemberg hat für 2020 das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) neu ausgeschrieben. Anträge können bis 13.09.2019 beim Bürgermeisteramt Kreßberg eingereicht werden.

 

Wer beispielsweise leerstehende Gebäude zu Wohnraum umnutzt oder Wohnungen umfassend modernisiert oder im gewerblichen Bereich investiert und insbesondere zur Entflechtung störender Gemengenlagen im Ortskern beiträgt, kann eine Förderung beantragen. Auch Neubau in langjährigen Baulücken der alten Ortskerne ist förderfähig, nicht dagegen Neubau am Ortsrand („auf der grünen Wiese“).

 

Förderschwerpunkt „Wohnen“

Die Schaffung von Wohnraum innerhalb des Ortskerns durch Umnutzung vorhandener, leerstehender Gebäude oder Modernisierungsmaßnahmen zur Erreichung zeitgemäßer Wohnverhältnisse stehen im Mittelpunkt der Förderung. Projekte für die Eigennutzung können mit einem Fördersatz von 30 % und maximal 20.000 €, Umnutzungen bis höchstens 50.000 € je Wohnung unterstützt werden. Projekte, die überwiegend nachwachsende Rohstoffe als Baustoff einsetzen, erhalten einen um 5% erhöhten Fördersatz. In der Regel dürfte es sich dabei um Holz handeln. Die Schaffung von Wohnraum durch Umnutzung oder Modernisierung zur Vermietung wird (als gewerbliches Vorhaben) mit 10 – 15% und max. 200.000 € bezuschusst. Wenn aber beispielsweise zwei Wohneinheiten entstehen und eine davon eigengenutzt wird, so verhindert die Vermietung der zweiten Wohneinheit nicht die Förderung mit 30 %. In privaten Wohnbauanträgen sind wahrheitsgemäße Auskünfte zu Eigennutzung und Vermietung erforderlich.

Ziel der Programmausschreibung 2020 ist es, innerörtliche Potenziale optimal zu nut-zen, denn Innen- und Ortskernentwicklung sind von zentraler Bedeutung für vitale Städte und Gemeinden. Gute innerörtliche Bausubstanz ist zu erhalten und zu zeitgemäßem Wohnraum umzubauen. Baufällige Gebäude hingegen können weichen und Platz für Neues schaffen. Deshalb werden im ELR 2020 weiterhin prioritär Investitionen zur Schaffung von privatem Wohnraum gefördert. Etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Fördermittel wird auch in diesem Programmjahr wieder für den Schwerpunkt "Innenentwicklung/Wohnen" eingesetzt. Im Fokus steht die innerörtlichen Nachverdichtung, also vorrangig Umnutzungen leerstehender Gebäude, Aufstockungen von Gebäuden sowie die Bebauung langjähriger Baulücken im Ortskern. Dies schließt auch Siedlungsflächen aus den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein, sofern diese mit dem Ortskern zusammengewachsen sind und einen entsprechenden Entwicklungsbedarf nachweisen. Bei Sanierungsmaßnahmen (Herstellung zeitgemäßer Wohnverhältnisse) kann also die Sanierung von Wohnhäusern mit Baujahr 1969 oder älter gefördert werden.

 

Förderschwerpunkt „Grundversorgung“

Kleine Handwerksbetriebe und Handelsgeschäfte sowie Dorfwirtschaften können für Investitionen zur Sicherung der örtlichen Versorgung mit Waren und privaten Dienstleistungen für den täglichen und wöchentlichen Bedarf sowie dem unregelmäßigen aber dringend vor Ort zu erbringenden Bedarf einen Zuschuss von bis zu 20%, Kleinstunternehmen bis zu 30% und maximal 200.000 Euro erhalten.

 

Förderschwerpunkt „Arbeiten“

Die Förderung im gewerblichen Bereich konzentriert sich vorrangig auf die Entflechtung störender Gemengelagen und Reaktivierung von Brachen. Unterstützt werden kann die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in kleinen und mittleren Betrieben mit bis zu 100 Beschäftigten durch bauliche Investitionen, Erweiterungen und Neuansiedlungen. Der Regelfördersatz beträgt 10% der Investitionskosten bei max. 200.000 Euro.

 

Eine ELR-Förderung scheidet aus, wenn für das Vorhaben andere Fördermittel des Landes Baden-Württemberg beantragt wurden. Eine Kombination mit den speziellen Energiesparprogrammen ist jedoch möglich.

 

Innerhalb eines ausgewiesenen  Stadtsanierungsgebiets ist die Anwendung des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum ganz ausgeschlossen. In Teilorten mit städtebaulichen Erneuerungsgebieten, die nicht Teil einer LEADER-Kulisse sind, können nur gewerbliche Investitionen unterstützt werden. Förderfähig ist jedoch die Verlagerung von Gewerbe aus dem Stadtsanierungsgebiet. Betroffen von dieser Ausschlussregelung ist in unserer Gemeinde der Ortsteil Marktlustenau mit dem Sanierungsgebiet „Marktlustenau, Ortsmitte“.

 

Gute Projekte mit der Absicht einer zügigen Umsetzung werden bevorzugt. Es wird deshalb empfohlen, den Planungsstand durch geeignete Unterlagen (z.B. genehmigte oder genehmigungsfähige Bauplanung) nachzuweisen. Wichtig sind vollständige Antragsunterlagen auf aktuellen Vordrucken und eine gute Projektqualität mit aussagekräftiger Projektbeschreibung, einer vollständigen Kostenschätzung nach DIN 276, Fotos und ein Finanzierungsplan. Bei allen Vorhaben ist zu belegen, dass dem Umwelt- und Klimaschutz durch den Einsatz geeigneter ökologischer Verfahren Rechnung getragen wird.

 

Anträge für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum sind bis 13.09.2019 in fünffacher Ausfertigung beim Bürgermeisteramt einzureichen. Auskünfte erteilt Birgit Macho (07957 / 9880-40; birgit.macho@kressberg.de)

 

Im Landratsamt berät Susanne Kraiß, Tel. 0791/755-7259, Email: s.kraiss@lrasha.de.

Informationen und Antragsformulare stehen im Internet unter https://rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Land/ELR/Seiten/ELR-Antragstellung.aspx bereit.