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Wehmut und Freude begleiten das Ende der Haupt- und Werkrealschule in Kreßberg | 25.07.2019

Mit der Entlassfeier der letzten neun Hauptschüler endet in der Gemeinde Kreßberg die Ära der Haupt- und Werkrealschule. Aus diesem Anlass waren alle Absolventinnen und Absolventen der Werkrealschule und Hauptschule seit 1991 zum "Leichenschmaus" für diese beiden Schularten in die Kreßberghalle eingeladen. Mehr als die Hälfte der ehemaligen Schülerinnen und Schüler folgte dieser Einladung am vergangenen Freitagabend und drückte damit noch einmal die Verbundenheit zu ihrer früheren Schule aus.

Die Schulband "zKuS" (zwischen Klopapier und Seife) gab den musikalischen Auftakt zu der Gedenkfeier. Philipp Eißen, Yannic Lerner, Kim Buchholz, Tobias Langohr und Michael Schönig hatten sich nach vielen Jahren wieder zu verschiedenen Probenterminen getroffen und zeigten, dass sie ihr Handwerk noch beherrschen. Der ehemalige Rektor Siegfried Köhnlein gab einen Überblick über die Anfänge der Hauptschule und auch der späteren Werkrealschule am Standort Marktlustenau. Die frühere Gemeinde Marktlustenau baute im Jahr 1965 einen Klassentrakt, eine Hauswirtschaftsschule und die kleine Halle der heutigen Kressberghalle am heutigen Standort auf die grüne Wiese. In diese Gebäude gingen dann die ersten Schüler der Nachbarschaftshauptschule aus den früher selbstständigen Gemeinden von Kreßberg. Der erste Rektor war Wolf-Günther Schröter. Die Schule war immer schon bei Pilotprojekten und Schulversuchen dabei. Der unterrichtsfreie Samstag wurde ebenso erprobt wie die spätere Werkrealschule, welche dann 1991 bereits unter dem Rektor Siegfried Köhnlein eingerichtet wurde. Später haben die von den Politikern vorgegebenen Rahmenbedingungen, aber auch ein geändertes Gesellschaftsverhalten dazu geführt, dass die Schülerzahlen in Marktlustenau im Haupt- und Werkrealschulbereich kontinuierlich sanken und schließlich auch die festgelegten Untergrenzen unterschritten. Diese Schülerzahlen präsentierte Konrektor Bayer.

Die Versuche mit der Etablierung einer Realschule zusammen mit der Nachbargemeinde Fichtenau und die Bewerbungen für eine Gemeinschaftsschule fanden weder bei der Politik noch bei der von der Politik beeinflussten Schulverwaltung Gehör. So war nun mit der Ende der Schulzeit der letzten Neuntklässler auch das Ende dieser Schulart und damit das Ende der Klassen 5 bis 9 gekommen.

Schulleiterin Tilla Klingler und Bürgermeister Robert Fischer waren sich einig, dass dazu ein Schlusspunkt in Form dieser Veranstaltung gesetzt werden sollte.

Nebenbei war dies jedoch ein Klassentreffen und Wiedersehen im großen Stil der ehemaligen Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrern. So war auch die Stimmung an diesem Abend sehr gut und bei einem Rundgang durch die Klassenzimmer konnten Erinnerungen an die Schulzeit von den Besucherinnen und Besuchern aufgefrischt werden.

Bewirtet wurde die Veranstaltung vom Landgasthof Vogt aus Mariäkappel. Passend zum Anlass gab es am Buffet dann auch Bratwürste, wie sie traditionell bei einem solch traurigen Anlass üblich sind.