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Sammelkläranlage Riegelbach | 01.06.2021

 

Die Sammelkläranlage in Riegelbach wurde 1977 gebaut und ist inzwischen stark in die Jahre gekommen. Technik und Baukörper sind störanfällig und veraltet. Ein Strukturgutachten zu Kreßbergs Kläranlagen und Abwassernetz hat die für die Gemeinde langfristig beste Lösung wie folgt ermittelt: Eine höhere Reinigungsleistung und damit die wasserwirtschaftlich sinnvollste sowie auf lange Sicht auch praktikabelste Lösung wird in einer Zentralisierung der drei größten Kläranlagen Bergbronn und Wüstenau am Standort der Sammelkläranlage in Riegelbach gesehen. Dort soll dann durch eine Erweiterung die Möglichkeit bestehen, Stickstoff- und Phosphateinträge aus dem Abwasser herauszufiltern.

 

Nachdem die Planungen abgeschlossen, die Genehmigungen eingeholt und der Förderantrag beschieden wurde, konnte der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 14.12.2020 die erste Vergabeentscheidung zu den Tiefbau-, Stahlbeton- und Leitungsarbeiten treffen.

 

Die Arbeiten an der Sammelkläranlage Riegelbach haben zwischenzeitlich auch planmäßig begonnen. Mit dem Bohren von 38 Betonpfählen mit einem Durchmesser von 60 cm und einer Tiefe von knapp 10 Metern hat die ausführende Firma Hans Ebert aus Pommertsweiler den ersten Bauabschnitt erfolgreich abgeschlossen. Aufgrund der Tiefe des künftigen Kombibeckens und des neuen Schlammspeichers mussten Spundwände in den Boden eingerammt werden, die ein Einbrechen des Erdmaterials während der Grabarbeiten verhindern. Da die Kläranlage unmittelbar an den Schönbach angrenzt, muss der Grundwasserspiegel während der Arbeiten an der Baugrube abgesenkt werden. Hierzu wurden mehrere Brunnen gebohrt über die mittels starker Pumpen das Grundwasser abgeleitet werden kann. Unter der Voraussetzung, dass das Absenken des Wasserspiegels wie geplant ohne größere Probleme gelingt, wird in den kommenden Wochen Zug um Zug die Baugrube für das neue Becken ausgehoben. Bis zum Herbst soll die Betonage des Kombibeckens schließlich abgeschlossen sein. Die Arbeiten der Firma Ebert haben einen Auftragswert in Höhe von 1,99 Mio. Euro – für die gesamte Baumaßnahme fallen nach Schätzungen des planenden Ingenieurbüros CDM Smith Kosten in Höhe von rund 6,8 Mio. Euro an. Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit 3,13 Mio. Euro.

 

Die Ausschreibungsarbeiten für den nächsten Bauabschnitt, die Maschinen- und Elektrotechnik sowie für den Neubau des Betriebsgebäudes, sind aktuell in Ausarbeitung und sollen im Spätsommer durch den Gemeinderat vergeben werden.

 

Die Umsetzung dieser teuersten, aber notwendigen Investition der Gemeinde in ein zukunftsfähiges, dem Stand der Umwelttechnik entsprechendes Abwasserreinigungsystem zieht sich noch mindestens bis Ende 2023. Parallel startet der Bau der Zuleitung von der kleineren Teichkläranlage in Wüstenau, die dann voraussichtlich ab 2025 stillgelegt werden kann. Lediglich das Regenüberlaufbecken in Wüstenau wird dann vor Ort an den ehemaligen Kläranlagenstandort erinnern und entsprechend saniert werden müssen, um die Abwassermengen bei Starkregenereignissen auch künftig Zug um Zug verarbeiten zu können. Der Förderbescheid für diesen Bauabschnitt, der mit rund 2,14 Mio. Euro zu Buche schlagen wird, steht noch aus. Der Anschluss der Kläranlage Bergbronn durch eine Abwasserdruckleitung über Waldtann ist noch nicht terminiert, aber langfristig vorgesehen.

 

Übrigens: Die Flächengemeinde Kreßberg unterhält ein Kanalnetz von rund 80 km Länge. Dafür sind 20 Pumpstationen nötig. Durchschnittlich 145.000 m³ Abwasser werden in den fünf Kläranlagen derzeit jedes Jahr gereinigt.