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Kommunaler Klimaschutz | 23.02.2022

 

 

Im Rahmen der Klausurtagung des Gemeinderates informierte Herr Marco Hampele vom energieZENTRUM Wolpertshausen die Gemeinderäte zum Thema Klimaschutz.

 

 „Warum Klimaschutz“

Sicherlich ist jedem das Pariser Klimaabkommen bekannt. In diesem vereinbarten viele Länder den Temperaturanstieg auf „deutlich unter 2°C“ oder besser auf „maximal 1,5°C“ zu beschränken. Hintergrund ist, dass das Klima nur noch schwer voraussagbar ist, falls diese Vereinbarung nicht eingehalten wird, mit der Folge extremer klimatischer Auswirkungen.

So bewirkt zum Beispiel das Schmelzen der Permafrostböden, dass enorme Mengen von Methan in die Atmosphäre gelangen, die eine viel höhere Klimaerwärmung verursachen als CO2. Das bereits begonnene Abschmelzen des Grönländischen Eisschildes würde am Ende einen Meeresspiegelanstieg von ca. 7m verursachen.

Deshalb strebt auch die Bundesrepublik Deutschland eine Treibhausgasneutralität für das Jahr 2045 an und bereits für das Jahr 2030 eine Reduktion um 65%. Baden Württemberg möchte noch einen Schritt schneller sein und bereits 2040 die Treibhausgasneutralität erreichen.

Was können wir also als kleine Gemeinde tun?

 

„Die Kommunalrichtlinie“

In der Kommunalrichtlinie werden die Förderprogramme des Bundesumweltministeriums für Kommunen zusammengefasst. Dabei gibt es einerseits „investive“ Maßnahmen und andererseits „strategische“ Maßnahmen.

Bei den „investiven Maßnahmen“ gab Herr Hampele einen knappen Überblick. So kann z.B. die Sanierung der Straßenbeleuchtung (bei uns in Kreßberg bereits geschehen), die Nachrüstung von raumlufttechnischen Anlagen, Maßnahmen zur klimafreundlichen Mobilität und vieles mehr gefördert werden.

Der Schwerpunkt der Beratung lag auf den „Strategischen Maßnahmen“, damit man die Treibhausgasneutralität zielgerichtet angehen kann. Zu nennen sind hier vier Maßnahmen, die alle mit hohen Förderquoten von 40 – 70% gefördert werden.

Kreßberg könnte eine „Fokusberatung“ durchführen lassen. In solch einer Beratung wird ein Thema wie z.B. die „ Bebauungsplanung“ gesucht und die Verwaltung muss in diesem Bereich dann fünf Maßnahmen für effektiven Klimaschutz finden und umsetzen.

Alternativ könnte man ein „Energiemanagementsystem“ installieren und damit herausfinden wo und wie Einsparpotentiale vorhanden sind. Hierbei liegt das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei Einsparungen von 20-30%.

Aktuell wird an der Einrichtung einer „Klimaschutzkoordination“ gearbeitet, die auf Landkreisebene die Kommunen in diesem Bereich unterstützt. Alle teilnehmenden Gemeinden teilen sich die Finanzierung einer Koordinationsstelle. Dieser Punkt fand in der Klausurtagung eine breite Zustimmung.

Die wohl beste, aber auch teuerste Maßnahme wäre die Erstellung eines „Klimaschutzkonzepts“ bzw. der Einsatz eines „Klimaschutzmanagements“, in dem die Maßnahmen geplant werden, um das Ziel der Klimaneutralität in der Gemeinde zu erreichen. Für eine Kommune alleine kommt diese Maßnahme aber nicht in Betracht. Man müsste sich also mit ca. 5 Kommunen zusammenschließen.

 

„Klimaschutz-Plus“

Bei diesem Programm handelt es sich um Förderungen des Baden Württembergischen Umweltministeriums. Auch hier gibt es einerseits die Förderung von konkreten Maßnahmen (= „CO2-Minderungsprogramm) und andererseits strategische Programme.

Beim CO2-Minderungsprogramm kann z.B. die Erneuerung von Heizungsanlagen kommunaler Gebäude, die Verbesserung des Wärmeschutzes usw. gefördert werden. Die Förderhöhe richtet sich hierbei unter anderem nach der Menge an vermiedenen Tonnen CO2.

An strategischen Maßnahmen wurde die Teilnahme am „European Energy Award“ (EEA) ausgeführt, wie auch das Ziel der „Klimaneutralen Verwaltung“. Dabei betrachtet man, wie der Name schon sagt, nicht die gesamte Gemeinde, sondern nur die Kommunalverwaltung und erstellt einen Plan, wie man zur Treibhausgasneutralität kommt. Enthalten ist dabei der Beitritt zum Klimaschutzpakt Baden-Württemberg.

Als letzte Maßnahme sprach Herr Hampele das „Coaching zur Qualitätssicherung im Energiemanagement“ an. Hierbei geht es ähnlich wie bei den Energiemanagementsystemen um die Erkennung von Einsparpotentialen. Diese Maßnahme stellt eine gute, niederschwellige Einstiegsmöglichkeit für den kommunalen Klimaschutz dar.