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Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum 2019 ausgeschrieben | 27.06.2018

 

Das ELR zählt zu den wichtigsten Instrumenten des Landes zur integrierten Struktur­entwicklung der Kommunen im Ländlichen Raum. Über Aufnahmeanträge der Gemeinden können sowohl kommunale als auch private Projekte gefördert werden.

Ziel der Ausschreibung des Jahresprogramms 2019 im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) ist es, Impulse zur innerörtlichen Nachverdichtung zu setzen. Eine konsequente Innenentwicklung ist der Schlüssel für vitale und lebenswerte Gemeinden.

Besonders im Fokus stehen dieses Jahr wieder innerörtliche Nachverdichtungen (Umnutzungen, Aufstockungen, Baulückenschlüsse). Vielfach ist in den Ortskernen ein immer größer werdender Bestand von älteren, nicht mehr genutzten Gebäuden zu verzeichnen. Baufällige Schuppen und leerstehende Häuser beeinträchtigen das Ortsbild. Sie tragen mittelfristig zu einer Verödung der Ortskerne bei. Um diese Entwicklung aufzuhalten, müssen leer stehende oder ungenutzte Gebäude aktiviert und zu zeitgemäßen Wohn-, Büro- oder Gewerbeflächen umgenutzt werden. Um die Innenentwicklung deutlicher voranzubringen, werden für den Förderschwerpunkt "Innenentwicklung/Wohnen" 2019 etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Fördermittel eingesetzt!

Was ist neu?

•2019 gibt es einen Förderzuschlag von 5 %-Punkten für Projekte, die der CO2- Speicherung dienen. Der Einsatz nachhaltiger Baustoffe (etwa Holz) spielt vor dem Hintergrund der Verknappung der endlichen Ressourcen sowie dem Klimaschutz eine wichtige Rolle bei der Förderung. Wer überwiegend nachwachsende, CO2 bindende Baustoffe einsetzt, erhält den. CO2-Speicherzuschlag.

Darüber hinaus führen Energieeinsparung, verbesserte Energieeffizienz, die Verwendung erneuerbarer Energien oder die Anwendung ressourcenschonender Bauweisen bei privaten Projekten zu einem Fördervorrang und sind für kommunale Projekte Fördervoraussetzung.

Strukturförderung heißt Lebensqualität erhalten und verbessern. Gefördert werden Projekte, die lebendige Ortskerne erhalten, die zeitgemäßes Leben und Wohnen ermöglichen, die eine wohnortnahe Versorgung sichern sowie zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen.

•Wohnen:

Gefördert wird die Erhaltung und Stärkung der Ortskerne insbesondere durch Umnutzung vorhandener Bausubstanz, Maßnahmen zur Erreichung zeitgemäßer Wohnverhältnisse (umfassende Modernisierung), innerörtliche Nachverdichtung (ortsbildgerechte Neubauten in Baulücken), Verbesserung des Wohnumfelds, Entflechtung unverträglicher Gemengelagen und Neuordnung mit Baureifmachung von Grundstücken.

•Im Mietwohnungsbau Konzentration auf Bestandsgebäude: Förderung der Modernisierung von Mietwohnungen, Schaffung von Mietwohnungen durch Umnutzung leerstehender Gebäude; jedoch keine Neubauförderung auf zuvor unbebauter Fläche.

•Förderung von Wohnbauprojekten auch in Siedlungen der 1960er Jahre, wenn diese mit der historischen Ortsmitte zusammengewachsen sind und Entwicklungsbedarf besteht.

•Grundversorgung:

Ziel ist die Sicherung der wohnortnahen Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen. Die Grundversorgung wird durch Förderung von beispielsweise Dorfgasthäusern, Dorfläden, Metzgereien und Bäckereien sowie von Gütern/Dienstleistungen des täglichen bis wöchentlichen Bedarfs gesichert.

•Arbeiten:

Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen zum Erhalt der dezentralen Wirtschaftsstruktur sowie zur Sicherung und Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen vor allem in Verbindung mit der Entflechtung unverträglicher Gemengelagen, der Reaktivierung von Gewerbe- und Militärbrachen, einschließlich vorbereitender Maßnahmen wie Baureifmachung von Grundstücken und die dazu notwendige innere Erschließung von Gewerbegebieten.

•Gemeinschaftseinrichtungen:

Schaffung und Anpassung von Gemeinbedarfseinrichtungen. Im Fokus stehen die Anpassung und die grundlegende Modernisierung bestehender Einrichtungen. Gemeinschaftseinrichtungen können nur gefördert werden, wenn sie der Innen- und Ortskernentwicklung dienen. Konzentration der Förderung auf Bestandsgebäude. Maximal 500.000 € pro Projekt, sofern nicht Förderzuschlag zur CO2-Speicherung greift.

 

Projektträger und Zuwendungsempfangende können neben den Kommunen auch Vereine, Unternehmen und Privatpersonen sein.

  

Eine ELR-Förderung scheidet aus, wenn für das Vorhaben andere Fördermittel des Landes Baden-Württemberg beantragt wurden. Eine Kombination mit den speziellen Energiesparprogrammen ist jedoch möglich.

Innerhalb eines ausgewiesenen  Sanierungsgebiets ist die Anwendung des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum ganz ausgeschlossen. In Teilorten mit städtebaulichen Erneuerungsgebieten, die nicht Teil einer LEADER-Kulisse sind, werden nur gewerbliche Investitionen unterstützt. Unterstützt werden kann aber die Verlagerung von Gewerbe aus dem Stadtsanierungsgebiet. Betroffen von dieser Ausschlussregelung ist in unserer Gemeinde der Ortsteil Marktlustenau mit dem Stadtsanierungsgebiet „Ortsmitte Marktlustenau“.

Die komplette Ausschreibung und die Antragsvordrucke finden Sie im Internet unter https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/laendlicher-raum/foerderung/elr/

WICHTIG: dieses Jahr wurde die Antragsfrist um einen Monat vorverlegt, d.h. die vollständigen Anträge müssen spätestens in der ersten Septemberwoche bei der Gemeinde eingehen!

Leider liegt die Antragsfrist noch in den Ferien, daher denken Sie bitte daran, frühzeitig einen Planer beauftragen, auch in den Planungsbüros ist im Sommer Urlaubszeit!  (Nach Rücksprache mit Frau Macho kann in dringenden Fällen von der Antragsfrist um wenige Tage abgewichen werden).

Im Rathaus ist  Frau Macho, Tel. 07957 / 9880-40, für ELR-Anträge zuständig und bis Mitte August für Fragen zu erreichen. (Die Vorverlegung der Antragsfrist wurde leider erst nach Abschluss der Urlaubsplanung bekannt). Im Landratsamt berät Susanne Kraiß, Tel. 0791/755-7259, Email: s.kraiss@lrasha.de.

Wenn Sie einen Antrag stellen möchten, ist eine möglichst frühzeitige Kontaktaufnahme hilfreich.