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Bürgermeister Robert Fischer wird in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet | 09.04.2021

„Ehre, wem Ehre gebührt“ eine Redewendung, die uns allen geläufig und gerne gelebte Tradition ist. Gerne hätte die Gemeinde ihrem Herrn Bürgermeister Robert Fischer mit einem großen Fest die verdiente Ehre erwiesen und ihn feierlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Aus den bekannten Gründen zerschlug sich diese Vorstellung bei allen Beteiligten schnell. Das sollte die Mitarbeitenden jedoch nicht davon abhalten sich in den letzten Tagen seiner Amtszeit im kleinen Kreis und sehr individuell von ihrem Bürgermeister zu verabschieden.

So reihte das Bauhofteam die auf Hochglanz polierte Fahrzeugflotte auf dem Gelände zum Abschied noch einmal auf. Die Kindergärten übermittelten ihre kreativen Videogrüße über die sich der Bürgermeister sichtlich freute. Das Rathausteam ließ ihn natürlich auch nicht sang- und klanglos ziehen und drehte einen Film mit vielen Erinnerungen aus der 24-jährigen Amtszeit. Die Laudatio bei der Übergabe übernahm Hauptamtsleiterin Birgit Macho als dienstälteste Mitarbeiterin. Sie hob hervor, dass Robert Fischer stets ein offenes Ohr für alle Belange seiner Mitarbeitenden hatte. Nie verlor er ihnen gegenüber die Geduld, stets stellte er sich vor sie, wenn es notwendig wurde und besonderen Dank gab es auch dafür, dass er jedem in seinem Arbeitsbereich sehr viel Freiraum bei der Aufgabenerfüllung zugestand.

 

Bürgermeister Robert Fischer mangelte es nie an Wertschätzung für jeden Einzelnen. Er war davon überzeugt, dass jeder stets sein Bestes gab. Nicht nur menschlich wurde er von Kollegen und Mitarbeitenden geschätzt, sondern auch aufgrund seiner fachlichen Qualifikation. Er bewies bei seinen Entscheidungen Weitblick und hatte stets die Entwicklung der Gesamtgemeinde im Blick. Das Gemeinwohl stellte er immer vor die Interessen Einzelner. Gegen Ende seiner Amtszeit musste er mit diesem zweifelsfrei richtigen Grundsatz zunehmend Kritik einstecken, da die Stimmen Einzelner in den letzten Jahren und insbesondere auch in diesen Tagen ungewohnt laut wurden und immer stärker an Gehör zu gewinnen scheinen.

 

Auch die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat war von sehr viel Vertrauen geprägt und Diskussionen immer ergebnisorientiert und wurden zum Wohl der Gemeinde geführt.

Herr Fischer engagierte sich neben seiner Tätigkeit für die Gemeinde auch in diversen Zweckverbänden und Vereinen wie der Rieswasserversorgung, dem Anstaltsbeirat, der Interessengemeinschaft Fränkische Moststraße und privat im Verein der Weißrusslandhilfe. 

 

Die Amtszeit von Bürgermeister Robert Fischer war von vielen Großprojekten bestimmt. Gleich zu Beginn leitete 1997 mit dem Spatenstich der Kreßberghalle in Marktlustenau das bis dato größte Projekt in der Gemeindegeschichte die neue Ära „Fischer“ ein. Viele weitere Hochbauprojekte wie die Sanierung der Turnhalle Waldtann 2001, das Backhaus in Leukershausen, (ebenfalls 2001), das Feuerwehrmagazin Nord 2007/2008, das Feuerwehrmagazin Süd in Waldtann (2012), der Umbau und die Erweiterung der Krippe in Haselhof (2016) und die Barrierefreiheit des Rathauses (2018) folgten. Gegen Ende seiner Amtszeit brachte er den Bau des Geschäfts- und Ärztehaus in Waldtann sowie die Sanierung der Halle in Haselhof auf den Weg. Neben dem Hochbau engagierte er sich auch in Sachen Nachhaltigkeit. Ein Thema, dass in der Bevölkerung zunehmend an Bedeutung gewann. Das Streuobstkonzept wurde geboren und es war wenig überraschend, dass darauf aufbauend 2013 die Einweihung des Bieneninformationszentrums folgte in dem seitdem Jungimker kostenfrei ihren Honig unter hygienisch einwandfreien Bedingungen schleudern können. Für Kreßbergs Landschaft wollte er auch Gäste begeistern. Es wurden zehn E-Bikes beschafft und das Projekt „Wundergärten der Natur“ wurde in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Fichtenau, Frankenhardt und Stimpfach ins Leben gerufen. 2019 wagte er den Versuch eines Car-sharing-Modells und einer E-Ladesäule für Elektrofahrzeuge.

In seiner Amtszeit fand auch das Flurbereinigungsverfahren Mariäkappel-Leukershausen statt. Gern genutzte Einrichtungen wie die WC-Anlage am Spielplatz Selgenstadt oder die Schutzhütte am Grillplatz Wüstenau gingen daraus hervor. Das Sanierungsverfahren Ortskern Waldtann und Ortskern Marktlustenau stieß er an. Viele Bürger profitierten seitdem von Zuschüssen für die Modernisierung ihrer Immobilien.

Stellvertretend für alle Einrichtungen und im Namen der Gemeinde und ihrer Einwohnerinnen und Einwohner dankte ihm die designierte Bürgermeisterin Annemarie Mürter-Mayer und überreichte ihm einen Gutschein für einen Flug mit einem Pilotenausbilder ins Alpenvorland, bei dem er seinem Traum zur eigenen Fluglizenz weiter auf den Grund gehen kann.