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Rückblick auf das Jahr 2021 und Gedanken zu Weihnachten von Bürgermeisterin Annemarie Mürter-Mayer | 22.12.2021

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

was war das für eine Aufregung gleich zu Beginn des Jahres. Nach 24 Jahren der Ära Robert Fischer mussten sich die Bürgerinnen und Bürger am 31. Januar für ein neues Gemeindeoberhaupt entscheiden und hatten die Wahl zwischen fünf offiziellen Kandidaten und einer Kandidatin. Es lag auf der Hand, dass sich durch diese Wahl einiges ändern würde. Als das Ergebnis feststand, musste sich zunächst ein neues Team im Rathaus zusammen finden unter der Führung einer Bürgermeisterin, die vorher Kollegin war.

Eine Übergangszeit gab es nicht in einer durch Corona für viele nervenaufreibenden Zeit und dennoch galt es um Vertrauen und Zuversicht in der Bürgerschaft zu werben. Es wurde ein Schnelltestzentrum in der Halle Waldtann aufgebaut und sein Betrieb nach sinkenden Fallzahlen im Sommer wieder eingestellt, ehe er nun im Dezember wieder aufgenommen wurde. Dank des DRK konnten Impftermine für die älteren MitbürgerInnen direkt vor Ort organisiert werden. Die Freibadsaison öffnete wie im Vorjahr später und es war viel Spontaneität gefragt bei den sich laufend ändernden Vorgaben des Landes.

Vereine konnten ihre Jubiläen nicht wie geplant feiern, die meist für das Frühjahr angesetzten Jahreshauptversammlungen mussten abgesagt oder in den Herbst verschoben werden. Altersjubilare konnten nur in der Zeit von September bis November besucht werden und Trauungen fanden ebenfalls nur in beschränkter Zahl statt.

An der Gemeinde als Auftraggeber gingen die Zeichen der Pandemie natürlich auch nicht spurlos vorbei. Höchste Flexibilität und Geduld bei Baumaßnahmen waren angesagt, waren doch Lieferengpässe an der Tagesordnung.

Nichtsdestotrotz zogen im August und September aufgrund von Corona ohne Einweihungsfest sang- und klanglos die ersten Mieter in unser Ärzte- und Geschäftshaus ein. Der Ausbau der Praxisräume im ersten Stock folgte und wurde in weniger als fünf Monaten gestemmt und kurz vor Weihnachten abgeschlossen.

Es wurden Investoren für Mehrfamilienhäuser in Mariäkappel und Haselhof gefunden und die Erschließung eines Baugebiets für Marktlustenau auf den Weg gebracht, sowie die Planung weiterer Gebiete vorangetrieben.

Der Breitbandausbau der weißen Flecken konnte in hohem Tempo nahezu fertig gestellt werden, wodurch unsere Außenbereiche nun die Möglichkeit auf den Abschluss eines Vertrags für schnelles Internet haben.

Bei der Sanierung der Halle in Haselhof mussten wir aufgrund eines Kabelbrandes einen kurzen zeitlichen Rückschlag hinnehmen.

Für den Kindergarten Haselhof haben wir einen zusätzlichen Toilettenbereich geschaffen, um die Betriebserlaubnis für weitere Kindergartenplätze zu bekommen, um so die hohe Nachfrage in Haselhof besser bewältigen zu können.

Und auch für das Thema Interkommunaler Gewerbepark bei Bergbronn hat der Gemeinderat die Richtung für die weiter Umsetzung vorgegeben.

Ich danke allen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Auftragnehmern wie auch BürgerInnen und Bürgern, welche mitgeholfen haben, all diese Aufgaben zu bewältigen.

Besonders bedanken möchte ich mich auch bei unseren Gemeinderätinnen und Gemeinderäten, die immer bereit waren ihre freie Zeit dem Allgemeinwohl zu widmen und konstruktiv mit der Verwaltung zusammen zu arbeiten, um das Beste für unsere Bevölkerung zu erreichen.

Ein herzliches Dankeschön geht an alle Ehrenamtlichen in der Feuerwehr, den Vereinen, der Kirche, der Mittagsbetreuung in der Schule am Kreßberg und vielen weiteren Einrichtungen und Institutionen. Vielen Dank auch an alle, die sich um ihre Nachbarn und Mitmenschen kümmern!

 

Gedanken zu Weihnachten

Als Kind waren drei Dinge an Weihnachten besonders wichtig:

Als Erstes, und so beobachte ich es auch bei den Kindern heutzutage, die Geschenke. Schon Wochen vorher wurde ein Wunschzettel geschrieben oder gebastelt und an das Christkind oder den Weihnachtsmann adressiert. In späteren Jahren wurde dann gegrübelt, was man selbst verschenken könnte. Und dann kam endlich der Tag im Jahr, das Ereignis, als sich die Wohnzimmertüre öffnete und der Glanz der Kerzen und das Funkeln der Kugeln die Augen blendete und sich die Überraschungen lüfteten. Wobei ich schon beim Zweiten, dem Tannenbaum, wäre. Ohne Baum kein Fest, das war immer klar. Als drittes Wichtiges, die festliche Stimmung, die besinnliche Atmosphäre und das gemeinsame Singen. Alle waren sie da, Tanten und Onkels und hatten jede Menge Zeit für die Kinder mitgebracht. Damals dachte ich, alle Menschen auf dieser Welt feiern Weihnachten genauso wie unsere Familie. Schmücken einen Baum, backen Springerle und Plätzchen und singen Weihnachtslieder. Erst viel später wurde mir klar, dass für etliche Menschen Weihnachten gar kein Fest ist oder, dass viele ganz anders Weihnachten feiern als wir. Auch in unserem Land, auch in unserer Gemeinde, in unserer Nachbarschaft, gibt es Andersgläubige. Menschen, denen wir zwar tagtäglich begegnen, von denen wir aber wenig wissen. Auch Jesus selbst war ein Ausländer in Nazareth. Heute würde man sagen, ein Mensch auf der Flucht. Ich weiß, dass immer mehr Menschen dem Weihnachtsfest kritisch gegenüberstehen und manches als Gefühlsdusselei abgetan wird. Aber spätestens wenn Kinder wieder mit glänzenden Augen unter den Lichterketten singen und Geschenke auspacken, weiß man, dass uns alte Traditionen auf eine schöne Weise miteinander verbinden. Vorausgesetzt sie sind mit Leben und mit echter Freude erfüllt. Echte Weihnachtsfreude verträgt sich aber nicht mit dem Feiertagsstress. Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: "Feiertage sind Atempausen der Seele", diese Atempausen sollten wir nutzen und ebenfalls nicht in den Feiertagsstress verfallen.

Ich wünsche Ihnen deshalb, dass Sie an Weihnachten die Alltagshektik vergessen können und hoffe, Sie gönnen Ihrer Seele diese Atempause.

Ihnen allen wünsche ich schöne Stunden, ein frohes Fest im Kreise Ihrer Liebsten und bereits heute alles Gute für das bevorstehende Jahr.

 

Ihre Bürgermeisterin

 

Annemarie Mürter-Mayer